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1.week: Das allererste Kälbchen ist da


Eine kalte Bise pfeift durch alle Ritzen. Diese Woche bleiben die Stalltüren geschlossen, damit das Wasser in den Selbsttränkebecken im Kustall bestimmt nicht einfriert.


Da ich mit den Evolènern und dem Grauvieh erst seit einem Monat eingezogen bin, weiss ich noch nicht genau, was es alles leiden mag und wo die Tücken liegen und mit welchen Tricks man sich das Leben einfacher macht.


Jeden Tag geht die ganze Mannschaft raus


Dass die Türen geschlossen bleiben heisst aber nicht, dass die Tiere drinnen bleiben. Täglich, und damit meine ich wirklich täglich geht es für alle Kühe, Rinder. Mastochsen und Kälbchen für mindestens eine Stunde raus an die frische Luft.


Einerseits tut etwas Bewegung dem Rindvieh gut -wobei die Kühe da anderer Meinung zu sein scheinen und schon nach zehn Minuten mehrheitlich nur rumstehen und warten bis sie wieder in den Stall gelassen werden- andererseits handelt es sich bei der Herde grösstenteils um Evolèner.


Und diese haben eben ihren ganz speziellen Charakter, würde ich die Herde mehrere Tage nicht rauslassen, käme es direkt zu Rangkämpfen und das will ich nicht. Vor allem nicht jetzt, wo alle hochträchtig sind.



Beziehungspflege draussen: Elsa und Laura.


Wobei «alle» nicht mehr der Wahrheit entspricht und damit kommen wir schon zum Höhepunkt der ersten Woche. Evolènerkuh Arnika hat termingerecht und ganz allein ein gesundes Muneli auf die Welt gebracht. Aristo Cow.


Der allererste Nachwuchs im neuen Stall. Ich bin glücklich und erleichtert, dass der Start so gut gelungen ist. Denn wir wissen ja, mit Tieren muss man nie Angst haben, dass der «Alltag» Einzug hält und die Tage so laufen, wie geplant. Sprich es wird bestimmt und garantiert nie langweilig.


Ausgebüxt, zum Glück gibt es Appenzeller Sennenhunde


Irgendetwas läuft immer. Zum Beispiel weg. Trotz vierfach Stromlitzen hat sich, natürlich schon bei Einzug der Dunkelheit, die Jungmannschaft auf Erkundungstour gemacht und ist aus dem Paddock ausgebrochen. Jack, Jill, Lava und Mr. Booh fanden es besonders lustig immer wieder davon zu rennen.


Nur Flausen im Kopf diese Hornträger. Zum Glück war Appenzeller Sennenhund Maximus zur Stelle und hat die Ausbrecher kurzerhand zusammengetrieben. Praktisch so ein Hütehund in Ausbildung.


Appenzeller Sennenhund Maximus mit seinem Kollegen Pit.

Bei den Pommernenten und Diepholzer Gänsen ist zurzeit nicht viel los. Einzig die Zuchttiere und eine Handvoll Mastpommis leben im Moment auf der Anlage. Die Schwimmteiche sind eingefroren.


Wasserschleppen ist angesagt, damit sie zu trinken haben und sich die Köpfe waschen können. Das Geflügel ist zurzeit recht träge. Sie gelten als robuste Rassen, was nicht heisst, dass sie einfach schutzlos der Witterung ausgesetzt werden dürfen.


Robust, aber...


Gerade jetzt, wo der eisige Wind besonders aggressiv herumwirbelt, ziehen sie sich selbst tagsüber in ihre Ställe zurück. Ein Verhalten, das während den anderen drei Jahreszeiten, nie zu beobachten ist.


Die Ställe sind zurzeit mit Stroh eingestreut. Die letzten Monate war der Boden mit einer Kompost-Leinenstreu-Schicht bedeckt. Die Idee dahinter: Die Einstreu dann direkt im Pflanzenbau nutzen zu können, ausserdem habe ich damals gelesen, dass der Kompost die Gerüche besser binden soll.


Was auch der Fall war, jetzt mit der Strohschicht stinkt es deutlich stärker nach Enten- und Gänsescheisse als davor. Deshalb werde ich wohl wieder auf Komposteinstreu zurück wechseln.





Ansonsten fühlt sich die erste Woche im neuen Jahr gut an. Die Freibergerpferde haben ihr Training aufgenommen. Für den Frühling müssen sie fit sein und so karren wir bei wunderschönem, eiskaltem Wetter durch den Wald.


Selbst beim ultimativen Zwiebellook fangen irgendwann Finger- und Zehenspitzen an zu frieren. Die Trainings sind in der ersten Woche nicht länger als eine Stunde, hauptsächlich im Schritt, dafür auf Wegen die nicht so einfach sind und die Fribis sich streckenweise ganz schön ins Geschirr legen müssen. Sie sollen Kraftausdauer bekommen für unser nächstes Projekt.



Wintertraining, der Frühling kommt bestimmt.

Ansonsten versuche ich mir einen Überblick über die administrative Seite der Betriebsführung zu machen. Was muss man alles erfüllen? Mit welchen Programmen arbeitet man? Was ist vorgeschrieben und was ein schönes Nice-to-have?


Klar ist, ich will das Administrative so schlank wie möglich halten, klar ist auch: Ohne Betriebsnummer kannst du in der Landwirtschaft nicht machen. Man bekommt nicht einmal Zugang zu Tierverkehrsdatenbank für Rinder, wenn man keine Betriebsnummer hat.


Für mich heisst es zurzeit abwarten, denn die Behörden arbeiten in der ersten Januarwoche nicht. Verschiedene Mails habe ich aber schon abgeschickt. Erst, wenn die Behörde für Grundstückverkehr die Verträge bewilligt, kann ich beim Amt für Landwirtschaft einen Antrag für eine Betriebsnummer einreichen.


In der Zwischenzeit versuche ich einen Überblick im Dschungel aus Agate, TVD, IMPEX, GELAN, ÖLN, HODUFLU, FIPO und Co. zu bekommen. So eine Checkliste «Betriebsaufbau für Anfänger» wäre eigentlich ganz nice, habe aber noch keine gefunden.


Exklusiv Raclette-Käse AOP von den Evolènern zu verkaufen.

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